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40%-Crash bei Hypoport: "Verheerende Gewinnwarnung" - kommt das Schlimmste erst noch?

| Quelle: DER AKTIONÄR | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Bereits schwer geplagte Hypoport-Anleger haben am Freitag nach der Aussetzung der Jahresziele durch den Finanzdienstleister die Notbremse gezogen. Folge: Die seit Monaten unter Druck stehenden Aktien brachen in der Spitze um über 40 Prozent ein. Am Zwischenhoch vor rund einem Jahr hatte der Kurs noch bei 612 Euro gelegen - rund 85 Prozent an Wert sind seitdem verbrannt.Analyst Simon Keller von der Investmentbank Hauck Aufhäuser sprach von einer "verheerenden Gewinnwarnung" und gab eine Verkaufsempfehlung für die Papiere aus. Mit dem neuen Kursziel von 70 Euro sieht er weitere Verluste kommen.Dem Finanzdienstleister, der sein Geld unter anderem mit der Baufinanzierung verdient, bläst zunehmend der Gegenwind durch die allseits steigenden Zinsen ins Gesicht. Denn dies verteuert Kredite, weshalb viele Verbraucher in Zukunft immer weniger Geld auf Pump beziehen dürften. Hypoport hatte deshalb am Donnerstagabend nachbörslich eingeräumt, dass die bisherigen Jahresziele "deutlich verfehlt" werden. Der Konzern kassierte daher seine Prognose.Der Schock bei den Anlegern sitzt umso tiefer, da das Unternehmen noch Anfang August trotz des deutlichen Zinsanstiegs bei Immobilienkrediten seine Ziele bestätigt hatte. Doch inzwischen haben die Notenbanken weltweit weiter und teils massiv an der Zinsschraube gedreht, und es zeichnet sich ab, dass die meisten Währungshüter angesichts der hohen Inflation ihre Geldpolitik weiter straffen werden.Dies treffe den Hypothekenmarkt besonders hart, so Analyst Keller. Anstatt der ursprünglich erwarteten Erholung in Deutschland habe sich auf dem Hypothekenmarkt dort der Rückgang im August und auch im bisherigen September noch beschleunigt. Dabei geht der Branchenkenner davon aus, dass das Schlimmste sogar noch bevorsteht.Mit Blick auf Hypoport glaubt er nur noch an ein Umsatzwachstum von vier Prozent in diesem Jahr. Das ist weit entfernt von dem, was das Unternehmen für 2022 einmal angepeilt hatte - denn ursprünglich stand ein Umsatzplus von bis zu einem Fünftel im Plan. Für 2023 geht Keller sogar von einem Erlösrückgang um zwölf Prozent aus.Auch Marius Fuhrberg von Warburg zeigte sich negativ überrascht, insbesondere weil Hypoport für das dritte Quartal nur ein ausgeglichenes operatives Ergebnis in Aussicht stelle. Der Analyst bezeichnete das als "schwach", die rückläufigen Umsätze schlügen unerwartet stark auf die Gewinne durch. Die Umstellung der Kostenbasis bei Hypoport sollte im Schlussquartal aber wieder zu positiven Ergebnisbeiträgen führen, glaubt er. Die Kursschwäche sieht Fuhrberg indes als eine gute Einstiegsgelegenheit in die Aktie, da Hypoport von einer Erholung am Immobilienmarkt überproportional profitieren sollte. Er behielt daher seine Kaufempfehlung bei, und sein neues Kursziel liegt mit 325 Euro immer noch weit über dem aktuellen Kursniveau der Aktie.(Mit Material von dpa-AFX)

Michael Schröder

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