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Bayer: Prognose trotz weitere Rückstellungen angehoben

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Foto: Imago

Der DAX-Konzern Bayer wird dank starker Agrargeschäfte und reger Nachfrage nach rezeptfreien Erkältungs- und Allergiemitteln für das Gesamtjahr zuversichtlicher. Allerdings erzielte der Pharmakonzern unter dem Strich wegen weiterer Rückstellungen einen Millionenverlust. Trotzdem bestätigten die Analysten ihre Kursziele mehrheitlich.

Der Umsatz stieg im zweiten Quartal derweil im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut 18 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro. Aus eigener Kraft betrug das Plus knapp zehn Prozent. Dabei sind positive Wechselkurseffekte etwa durch den schwachen Euro sowie Zu- und Verkäufe von Unternehmensteilen herausgerechnet. Das bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) schnellte um 30 Prozent auf 3,35 Milliarden Euro nach oben.

Erneute Millionenrückstellungen

Bayer stellte vor allem aufgrund laufender Vergleichsverhandlungen mit dem US-Bundesstaat Oregon wegen angeblicher Umweltverschmutzungen durch das schon seit Jahrzehnten verbotene Umweltgift PCB des 2018 übernommenen US-Herstellers Monsanto zusätzliche 694 Millionen Euro zurück. Mit einem Vergleich würde der Fall beendet werden, hieß es. Hinzu kamen Abschreibungen auf die Agrarsparte von fast 1,4 Milliarden Euro, die Bayer insbesondere mit Wertminderungen aufgrund gestiegener Kapitalkosten begründete.

Unter dem Strich stand im zweiten Quartal ein Verlust von knapp 300 Millionen Euro, wie der Konzern am Donnerstag in Leverkusen mitteilte. Vor einem Jahr war das Minus mit gut 2,3 Milliarden Euro wegen Rückstellungen für den US-Glyphosat-Rechtsstreit zwar deutlich höher ausgefallen, Analysten hatten nun aber im Schnitt einen Nettogewinn erwartet.

Prognose angehoben

Für 2022 erwartet Bayer nun auf Basis der Wechselkurse vom 30. Juni einen Umsatz von 50 bis 51 Milliarden Euro, nach bisher rund 47 Milliarden. Davon sollen nun 26 bis 27 Prozent (alt: rund 26) als bereinigtes operatives Ergebnis hängen bleiben. Damit kalkuliert Bayer mit etwa 13 Milliarden Euro. Das ist beim Umsatz etwas mehr als von Analysten erwartet, beim operativen Gewinn aber etwas weniger. Dabei profitierten die Leverkusener auch stark von der Entwicklung der Wechselkurse, also etwa vom schwächeren Euro und einem etwas erholten brasilianischen Real.

Bereinigt um solche Wechselkurseffekte erwartet Bayer 2022 jetzt einen Umsatz von 47 bis 48 Milliarden Euro, nach bisher etwa 46 Milliarden Euro. Dies entspreche einem Plus von etwa 8 Prozent statt bisher etwa 5 Prozent. Als bereinigtes operativen Ergebnis (EBITDA) sollen auf dieser Basis rund 12,5 (alt etwa 12,0) Milliarden Euro hängen bleiben.

Das sagen die Analysten

Das Analysehaus Jefferies hat die Bayer-Aktie nach Quartalszahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 70 Euro belassen. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern habe mit dem bereinigten operativen Ergebnis (EBITDA) die Konsensschätzung knapp übertroffen und die Jahresziele angehoben, schrieb Analyst Charlie Bentley am Donnerstag in einer ersten Reaktion. 

Das zweite Quartal sei robust gewesen, schrieb derweil Goldman-Sachs-Analyst Keyur Parekh in einer ersten Reaktion auf den Zwischenbericht. Die erhöhte Umsatzprognose liege in der Mitte der Spanne über dem Marktkonsens. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung für die Bayer-Papiere auf "Buy" mit einem Kursziel von 81 Euro belassen. 

Die Schweizer Großbank UBS hat ebenfalls ihre Einstufung für Bayer auf "Buy" mit bestätigt und sieht die Aktie bei einem Kurs von 96 Euro fair bewertet. Analyst Michael Leuchten sprach von einer überraschend guten Entwicklung im zweiten Quartal. Allerdings dürfte die Rückstellungen im US-Rechtsstreit um das Umweltgift PCB für einige Diskussionen sorgen, schrieb er in einer am Donnerstag vorliegenden ersten Reaktion auf den Quartalsbericht und die Erhöhung der Unternehmensprognoseerhöhung.

Das macht die Bayer-Aktie

Gegen den freundlichen Markttrend haben die Papiere von Bayer -0,87% am Donnerstag nachgegeben. Einem angehobenen Jahresausblick standen weitere Verluste im zweiten Quartal gegenüber. Die Auftaktgewinne wurden rasch wieder verkauft, zuletzt notierte die Aktie rund 2,4 Prozent im Minus bei 57,35 Euro. "Bayer steht operativ deutlich stärker da als noch vor einem Jahr. Das einzige Problem: Unter dem Strich produziert der Konzern noch einen Verlust", erläutere der Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets. Die Altlasten aus dem Monsanto-Rechtsstreit wögen zu stark. 

Sechs-Monats-Chart Bayer (in Euro)

Mit Material von dpa-AFX.

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