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Bio-Bauer gegen VW: Gericht vertagt Klage

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Foto: Shutterstock

Das Detmolder Landgericht hat am Freitag eine ungewöhnliche Klage gegen Volkswagen vertagt. Ökolandwirt Ulf Allhoff-Cramer hatte den Autokonzern mit seiner Klage zwingen wollen, den Verkauf von Autos und leichten Nutzfahrzeugen mit Verbrennungsmotoren spätestens 2030 weltweit einzustellen. Beide Seite reagierten nun unterschiedlich auf die Vertagung des Falls.

Im Mai hatte es eine erste Verhandlung gegeben, die für den Bauern ernüchternd verlaufen war: Der Vorsitzende Richter Manfred Pohlmeier hatte ihn gewissermaßen zum Nachsitzen verdonnert. Am Freitag stellte sich nun die Frage, was die Kammer zu den geänderten Klageanträgen sagen würde. Möglich war, dass sie die Sache abhakt und die Klage abweist. Das war nicht der Fall.

Nur eine Minute sprach der Richter. Einen Teil der Klage – einen Antrag, mit dem VW prozentuale CO2-Senkungsvorgaben gemacht werden sollen - befand er als "nicht bestimmt" genug. Auch an anderen, eher nachrangigen Klageteilen äußerte Pohlmeier Kritik. 

Das sagt der Kläger zur Vertagung 

Ökolandwirt Ulf Allhoff-Cramer nahm die Vertagung durch das Detmolder Landgericht am Freitag mit gemischten Gefühlen auf. "Ich bin froh, dass das Gericht weiterverhandelt", sagte der 62-Jährige. Doch der für den 3. Februar 2023 angesetzte Folgetermin sei recht spät: "Ich bin traurig, dass wir ein halbes Jahr verlieren. Die Zeit läuft uns davon." Die Klimakrise schreite "entsetzlich schnell" voran und gefährde die Existenz vieler bäuerlicher Betriebe. Der Volkswagen -0,94%-Konzern müsse endlich Verantwortung übernehmen und rascher als bisher umsteuern.

VW weist Verantwortung von sich 

Erwartungsgemäß bewerte der Autobauer die Entscheidung des Gerichts anders und wies zudem die Verantwortung von sich. Eine VW-Sprecherin interpretierte die Haltung des Richters als "ernsthafte Zweifel" an den Vorwürfen. Der Konzern hat Klageabweisung beantragt. VW weist die Vorwürfe im Detmolder Verfahren zurück und betont seine Fortschritte in der E-Mobilität. Zudem liege der allergrößte Teil der CO2-Emissionen von Autos im Einflussbereich der Fahrer und nicht des Herstellers. Außerdem könne man die konkreten Folgen des Klimawandels für eine kleine Fläche nicht präzise vorhersagen, heißt es vom Wolfsburger Konzern.

Klage ist kein Einzelfall 

Der Landwirt wird von der Umweltschutzorganisation Greenpeace unterstützt. Ein ähnliches Verfahren gegen Volkswagen läuft vor dem Landgericht Braunschweig, dort klagen zwei Greenpeace-Geschäftsführer und eine Fridays-for-Future-Aktivistin. Auch andere Autobauer sind vor verschiedenen Gerichten mit Klimaschutz-Forderungen konfrontiert – die Deutsche Umwelthilfe etwa geht gegen BMW -2,06% und Mercedes-Benz -0,78% vor. Letztinstanzliche Entscheidungen sind bisher noch nicht absehbar.

Das macht die VW-Aktie 

An der Börse reagierten die Anleger gelassen auf die Vertagung der Klage. Auch dass der Autobauer Porsche nicht in das Red Bull Formel-1-Team einstiegt, verunsicherte die Anleger nicht. Am Freitagnachmittag kletterte die VW-Vorzugsaktie -0,94% um rund ein Prozent auf 147,62 Euro. Damit verharren die Papiere weiter unter der wichtigen 150-Euro-Marke (mit Material von dpa-AFX).

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