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DAX-Ausblick: Was Anleger in der neuen Woche erwarten können

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Am deutschen Aktienmarkt zeigte sich zuletzt eine überraschend stabile Tendenz. Angesichts der abflauenden Berichtssaison bei den Unternehmen und der eher dünnen Datenlage auf konjunktureller Seite dürften es DAX und Co in der neuen Woche aber etwas ruhiger angehen lassen. Im Leitindex rückt eine Chart-Trendlinie in den Fokus.

Der DAX -0,72% kletterte am Freitag-Nachmittag mehrmals knapp über die vielbeachtete Marke von 13.800 Punkten und blieb am Ende nur minimal darunter. Letztlich gewann der Leitindex 0,7 Prozent auf 13.796 Punkte und erklomm damit den höchsten Schlussstand seit dem 10. Juni. Auf Wochensicht legte das Börsenbarometer um 1,6 Prozent zu. Nachbörslich übersprang der Late-DAX mit der freundlichen Wall Street dann noch die Marke von 13.800 Zählern etwas deutlicher.

Charttechnisch betrachtet läuft der DAX seit etwa vier Wochen in einem kurzfristigen Aufwärtstrend. Nun kommt der seit Januar intakte, mittelfristige Abwärtstrend in Reichweite. Die entsprechende Linie verläuft bei etwa 13.900 Punkten.

12-Monats-Chart DAX (Xetra)

"Die niedriger als befürchtet ausgefallene US-Inflation verleiht der Sommer-Rally neuen Schub", konstatierte LBBW-Aktienstratege Uwe Streich am Freitag. Allerdings trübe sich das Ertragsbild der Unternehmen ein. Noch trotze die Mehrheit der Firmen dem Konjunkturabschwung, die Analystenerwartungen an die Unternehmensgewinne verringerten sich allerdings. "Daher driften Kurse und fundamentales Bild auseinander", so Streich.

Experten treten auf die Euphorie-Bremse

"Es bleibt das Risiko, dass die positive Entwicklung nur eine Momentaufnahme darstellt und die überschwängliche Reaktion der Anleger etwas übertrieben war", warnte zudem Analyst Konstantin Oldenburger von CMC Markets.

Auch Markus Reinwand von der Helaba tritt auf die Euphorie-Bremse: Der Pessimismus der Marktteilnehmer habe zuletzt Raum für positive Überraschungen geschaffen. Ob aber "weniger schlecht als erwartet" für eine Trendwende ausreiche, sei fraglich. Denn trotz der jüngsten Erholung der Aktienmärkte seien die Abwärtstrends noch intakt.

"Es wäre nicht ungewöhnlich, wenn einige Anleger die jüngsten Kursanstiege für Gewinnmitnahmen nutzen würden, zumal saisonal nun eine für Aktien eher ungünstige Phase begonnen hat. Das dritte Quartal ist im langjährigen Durchschnitt die performanceschwächste Phase im Jahr", gab Reinwand zu bedenken.

Inflation in Europa könnte noch zulegen

Zudem habe die Inflation in Europa wohl noch nicht den Höhepunkt erreicht, bemerkte Helaba-Devisenstratege Christian Apelt. "Es bleibt daher fraglich, ob die Teuerung wirklich so stark nachgibt, dass die Zentralbanken damit zufrieden sein können." Daher sei es sicherlich zu früh für eine Entwarnung.

Das Aktienumfeld bleibe eher schwierig, befürchtet Reinwand. Allerdings hätten die jüngsten Quartalsberichte der Unternehmen auch gezeigt, dass die Erwartungshaltung im Vorfeld von zu großem Pessimismus geprägt gewesen sei. "Die insbesondere bei deutschen Standardwerten niedrige Bewertung eröffnet Spielräume nach oben", glaubt der Aktienstratege. Etwaige Kursrücksetzer böten mittelfristig orientierten Anlegern aufgrund der moderaten Bewertung die Gelegenheit zum Einstieg.

Diverse Konjunkturdaten

Aus makroökonomischer Sicht könnten in der neuen Woche die ZEW-Konjunkturerwartungen (August) am Dienstag sowie die deutschen Erzeugerpreise (Juli) am Freitag im Fokus stehen. In der Eurozone dürften die Handelsbilanz (Juni) am Dienstag, aktualisierte Daten zum Bruttoinlandsprodukt (2. Quartal) am Mittwoch sowie die endgültigen Inflationsdaten (Juli) am Donnerstag zu den Highlights zählen.

In den USA stehen neben einigen Immobilienmarkt-Daten (Juli) und der Industrieproduktion (Juli) am Dienstag auch die Einzelhandelsumsätze (Juli) sowie das Protokoll zur jüngsten Fed-Sitzung am Mittwoch auf der Agenda. Vor allem letzteres dürften die Anleger mit Argusaugen betrachten, um hieraus mögliche Hinweise darauf abzuleiten, wie stark die US-Notenbank auf ihrer nächsten Sitzung die Zinsen anziehen wird.

Weitere Quartalszahlen vor allem aus zweiter und dritter Reihe

Unternehmensseitig stehen im Zuge der auslaufenden Berichtssaison nur noch Quartalsberichte einiger Nachzügler an. Aus dem DAX -0,72% werden am Montag die Zahlen von HelloFresh +3,63% und Henkel -1,90% erwartet. Mehr Q2-Zahlen kommen von Nebenwerten: Unter anderem melden ihre Quartalsabschlüsse Encavis +2,32%, Delivery Hero +1,86%, Home24 +1,01%, Uniper -2,90%, Hella +1,21% und SLM Solutions -0,61%Mit Material von dpa-AFX

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