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Diese 6 Themen sind am Donnerstag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
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Die dritte starke Leitzinserhöhung in den Vereinigten Staaten in Folge sowie die düsteren Aussagen der US-Notenbank Fed zur weiteren Entwicklung dürften den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag stark belasten. Der DAX +0,01% wurde am Morgen zeitweise eineinhalb Prozent schwächer bei 12.575 Punkte taxiert. Folgende Themen könnten die Kursentwicklungen dabei beeinflussen:

1. Vorgaben aus den USA 

Die nächste kräftige Zinserhöhung der US-Notenbank Fed hat die Anleger an der Wall Street am Mittwoch letztlich verschreckt. Nach einem Auf und Ab der Kurse nach der Zinsanhebung büßte der Dow Jones +0,00% am Ende 1,7 Prozent auf 30.183 Punkte ein. Im späten Handel nahm der Verkaufsdruck immer mehr zu, der Leitindex fiel auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Monaten. Die Fed setzt ihren energischen Kampf gegen die hohe Inflation fort. Sie erhöhte den Leitzins zum dritten Mal in Folge um 0,75 Prozentpunkte. Damit liegt er nun in der Spanne von 3,0 bis 3,25 Prozent und erreicht den höchsten Stand seit 14 Jahren. Mit der strengen Geldpolitik wächst das Risiko, dass die Zentralbank die Wirtschaft bald so stark ausbremsen könnte, dass Arbeitsmarkt und Konjunktur abgewürgt werden. Der marktbreite S&P 500 +0,55% fiel um rund 1,7 Prozent auf 3.789 Zähler. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 -0,45% verlor 1,8 Prozent auf 11.637 Punkte.

2. Vorgaben aus Asien

In Asien haben die Aktienmärkte am Donnerstag nach der US-Notenbank-Entscheidung am Vorabend an Boden verloren. In Tokio gab der japanische Leitindex Nikkei 225 +0,26% im späten Handel rund ein halbes Prozent nach. In Shanghai verlor der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Unternehmen der chinesischen Festlandbörsen knapp ein Prozent. Noch deutlicher ging es an der Börse der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong nach unten. Dort büßte der Leitindex Hang Seng +3,33% im dortigen Nachmittagshandel fast zwei Prozent ein.

3. Ölpreise klettern weiter

Die Ölpreise haben am Donnerstag im frühen Handel leicht zugelegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 90,19 Dollar. Das waren 36 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 32 Cent auf 83,26 Dollar.

Die Preisentwicklung am Ölmarkt ist nach wie vor schwankungsanfällig. Für tendenziell steigende Preise sorgen die zunehmenden Spannungen zwischen dem Westen und Russland infolge des Ukraine-Kriegs. Da Russland einer der größten Ölförderer der Welt ist, ziehen die Spannungen Risikoaufschläge am Erdölmarkt nach sich.

4. Konjunkturdaten 

Am Donnerstag stehen Zinsentscheide rund um den Globus auf der Agenda. Nachdem die US-Notenbank bereits am Vortag die Zinsen erneut angehoben hat, könnten nun etliche Länder folgen. Am heutigen Handelstag verkünden neben der Bank of England auch die Bank of Japan, die Schweizerische Nationalbank sowie die Norges Bank in Norwegen und die Türkische Zentralbank ihre Zinsentscheide. Zudem stellt das Bundesfinanzministerium seinen Monatsbericht vor und in den USA richten sich die Blicke der Anleger am Nachmittag auf die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.

5. Unternehmensnews

Bei den Einzelwerten dürfte erneut der Versorger Uniper +0,06% nach der Ankündigung der Verstaatlichung am Mittwoch im Blick stehen. Die Aktien des 2016 von Eon abgespaltenen Unternehmens hatten deshalb gestern ein Viertel ihres Werts auf 3,12 Euro das Stück eingebüßt, nachdem sie in der Spitze sogar um fast 40 Prozent auf 2,55 Euro gefallen waren. Am Donnerstag ging es auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss wieder unter die Marke von 3 Euro.

Zudem dürfte der im SDAX +0,55% notierte Softwarehersteller Suse -1,57% auf die am Donnerstagmorgen vorgelegten Quartalszahlen und der gesenkten Wachstumsprognose reagieren. Bei den ersten Handelsaktivitäten auf Tradegate ging es um bis zu fast neun Prozent nach unten. Die seit Mai 2021 an der Börse gelisteten Papiere des Nürnberger Unternehmens haben in diesem Jahr deutlich an Wert verloren. Zuletzt kosteten sie kaum mehr als 18 Euro, nachdem der Kurs Anfang des Jahres noch bei mehr als 40 Euro gelegen hatte.

Für die Anteile des Dax-Schwergewichts SAP -0,21% könnten sich dagegen die optimistischen Ziele des Konkurrenten Salesforce -0,55% auswirken. Auf Tradegate sank der Kurs im frühen Handel um etwas mehr als ein Prozent und damit weniger als der Gesamtmarkt. Von den Umstufungen durch Analystenhäuser könnte sich die Abstufung des Online-Bekleidungshändlers About You +0,68% stärker auswirken. Vorbörslich rutschte der ohnehin seit Wochen stark unter Druck stehende Kurs weiter ab.

6. Euro verliert weiter an Wert

Der Euro +0,0595% steht an den Finanzmärkten weiter unter Druck. In der Nacht auf Donnerstag fiel die Gemeinschaftswährung bis auf 0,9809 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit etwa 20 Jahren. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag noch etwas höher auf 0,9906 Dollar festgesetzt.

Belastet wird der Euro, wie auch viele andere Währungen, durch den starken Dollar. Die US-Währung profitiert zum einen von der straffen Geldpolitik der US-Notenbank Fed, die ihren Leitzins am Mittwochabend zum dritten Mal in Folge kräftig um 0,75 Prozentpunkte anhob. Hintergrund ist die sehr hohe Inflation. Zum anderen ist der Dollar wegen der zunehmend trüben geopolitischen Lage gefragt. Vor allem das schlechte Verhältnis zwischen dem Westen und Russland treibt Anleger in den sicheren Hafen US-Dollar (mit Material von dpa-AFX).

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