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Nordex: Q1-Zahlen schicken Aktie auf Talfahrt

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Foto: Shutterstock.com

Der Windanlagenbauer Nordex ist sehr schwach in das neue Geschäftsjahr gestartet. Unter dem Strich erzielte das Unternehmen einen hohen Verlust. Neben den Kosten für die Neuausrichtung der Rotorblattfertigung bereiteten Nordex auch die gestiegenen Rohstoffpreise und Logistikkosten zu schaffen. Damit gesellen sich die Hamburger zu einer ganzen Reihe von Windanlagenbauern, die unter der Inflation ächzen. Für die Nordex-Aktie geht es am Dienstag nach unten. 

Im ersten Jahresviertel weitete Nordex seine Verluste deutlich aus. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von knapp 151 Millionen Euro, wie das Unternehmen in Hamburg mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte Nordex bereits ein Minus von knapp 55 Millionen Euro verbucht. Das bereinigte operative Ergebnis vor Neuausrichtungskosten (EBITDA) rutschte mit 52 Millionen Euro in den Minusbereich nach einem Gewinn von 10,4 Millionen Euro im Vorjahr.

Produktionsstandort in Deutschland geschlossen

Nordex hatte Ende Januar angekündigt, die Rotorblatt-Fertigung an seinem deutschen Standort Rostock Ende Juni einzustellen. Das Unternehmen begründet dies mit einem schwierigen Wettbewerbsumfeld und einer Verschiebung der Nachfrage nach größeren Rotorblättern, die nicht in Rostock hergestellt werden könnten. Betroffen sind jüngsten Angaben zufolge rund 600 Mitarbeiter.

Auftragseingang sinkt 

Die Produktionsumstellung auf andere Rotorblätter sowie eine wetterbedingt niedrigere Installationsleistung führten den Angaben zufolge zu einem Umsatzrückgang von gut einem Viertel auf 933 Millionen Euro. Der Auftragseingang lag ohne das Servicegeschäft bei 903 Millionen Euro und damit leicht unter dem Vorjahreswert.

Jahresziele bestätigt 

An seiner bereits Ende Mai gesenkte Prognose für 2022 hält Nordex fest. Die mittelfristige Zielsetzung, eine operative Marge (Ebitda) von acht Prozent zu erreichen, bekräftigte das Unternehmen ebenfalls. Für 2022 geht der Windanlagenbauer von minus vier bis null Prozent bei dieser Kennzahl aus.

Das macht die Nordex-Aktie

Die Nordex-Aktie -3,92%, die erst am Montag wegen der verspäteten Zahlenvorlage das Kleinwertesegment SDAX +0,34% verlassen musste, fiel zu Handelsbeginn um sieben Prozent und erreichte damit den tiefsten Stand seit Juli 2020. Seit Jahresbeginn hat das Papier nun mehr als ein Drittel an Wert verloren. Jefferies-Analyst Constantin Hesse bezeichnete die Zahlen als schwach. Allerdings sieht er einen Lichtblick: Der Durchschnittspreis je Megawattstunde für die im ersten Quartal erhaltenen Aufträge sei der höchste seit Anfang 2019.

Sechs-Monats-Chart Nordex (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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