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RWE und Co: Energiebranche unter Druck

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Foto: Shutterstock

Aktien aus der Energiebranche haben am Montag europaweit relativ viel Gegenwind bekommen. Die Stimmung blieb zu Wochenbeginn von den Zinsängsten geprägt, die nach der Powell-Rede bei Aktienanlegern wieder stärker zurückgekommen waren. Hinzu kam die erneute Diskussion über eine Übergewinnsteuer für Profiteure höherer Energiepreise. 

Zinssorgen vor allem bei grünen Energieunternehmen

Im DAX -0,23% galt dies für die RWE -1,11%-Aktien, die am Freitag schon abgerutscht waren. Während der Leitindex 1,4 Prozent verlor, sackten die RWE-Aktien zuletzt um 1,8 Prozent ab. In der Spitze hatten sie aber schon weitere fünf Prozent verloren.

Die Entwicklung gerade im Bereich der Erneuerbaren Energien, auf die sich mittlerweile auch RWE fokussiert, blieb gedämpft von der Perspektive, dass die globalen Zinsen wohl noch längere Zeit steigen werden. Für das Wachstum mit Wind- oder Solarparks gilt dies als ein möglicher Hemmschuh: Im M-DAX+0,28% und S-DAX +0,33% fielen die Aktien der Projektentwickler Encavis -0,11% sowie PNE +0,43% um bis zu fünf Prozent.

Powell und Gaskrise als Gründe

Am Freitag schon hatte der US-Notenbank-Chef Jerome Powell die Anleger erschreckt mit seinen Aussagen auf der Notenbankkonferenz in Jackson Hole - mit dem klaren Bekenntnis, dass die Bekämpfung der hohen Inflation mit steigenden Zinsen oberste Priorität genießt, auch wenn dies zulasten der Konjunktur geht. Die Papiere oben genannter Konzerne waren daher am Freitag schon schwer unter Druck geraten.

Hinzu kommt die Gaskrise als belastendes Thema. Während die Anleger auf eine erneute Unterbrechung der russischen Gaslieferungen blicken, wird weiter über eine "Übergewinnsteuer" und die Ausgestaltung der künftigen Gasumlage in Deutschland diskutiert. Für letztere strebt Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck eine Korrektur an, um zu verhindern, dass auch Unternehmen profitieren, die dies wirtschaftlich nicht benötigen.

Die Umlage soll sich vor allem an Unternehmen wie Uniper +0,60% richten, die wegen des hohen Gaspreises in eine schwere Schieflage geraten sind. Während die Titel des Kraftwerksbetreibers am Montag mit einem Abschlag von rund vier Prozent ihr nächstes Rekordtief erreichten, steht RWE deutlich besser da. Am vergangenen Donnerstag waren die Papiere der Essener mit knapp 44 Euro noch ihrem höchsten Niveau seit 2011 nahegekommen.

Strommarktreform soll Entlastung bringen

Habeck will außerdem mit einer grundlegenden Reform des Strommarkts die Energiepreise für Verbraucher und Industrie dämpfen. Angestrebt werde, die Entwicklung der Endkundenpreise vom steigenden Gaspreis zu entkoppeln, sagte eine Ministeriumssprecherin am Freitag. Bislang geben Gaskraftwerke in der Regel den Strompreis vor, Habeck will diese Dynamik aber brechen und so die Gefahr verringern, dass sich Konzerne an diesem System bereichern können.

Da half es am Montag der RWE-Aktie auch nicht, dass Kepler Cheuvreux die Titel weiter als "Top Pick" im Energiesektor bezeichnete. Trotz der zuletzt guten Kursentwicklung sehen die Experten noch mehr Luft, da RWE von der Reaktivierung von Kohle-Kraftwerken profitieren werde. In einer Studie vom Montag erhöhten die Experten ihr Kursziel für die mit "Buy" bestätigten RWE-Anteile auf 60 Euro, was die Hälfte an Potenzial verspricht.

(mit Material von dpa-AFX)

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