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Twitter: Musk zieht Angebot zurück – Aktie bricht ein

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Foto: Shutterstock

Der Tech-Milliardär und Tesla-Chef Elon Musk will den Kurznachrichtendienst Twitter nicht mehr kaufen. Obwohl dieser den Deal nun vor Gericht durchboxen will, reagierten die Twitter-Aktionäre enttäuscht auf die Nachricht: Zum Wochenauftakt geht es für die Twitter-Aktie hierzulande deutlich bergab. Damit zeichnet sich auch ein schwacher Start für den US-Handel am Nachmittag ab.

Musks Anwälte begründeten den Rückzieher mit angeblich unzureichenden Informationen zur Zahl der Fake-Accounts bei Twitter. Das Unternehmen konterte, man halte daran fest, den Verkauf zum vereinbarten Preis abzuschließen und plane, dafür vor Gericht zu gehen.

Milliardenpoker 

So zweifelt Musks schon seit Wochen öffentlich an den entsprechenden Twitter-Zahlen, was von Beobachtern bereits als Versuch interpretiert wurde, zumindest den Preis zu drücken. Zu seinem Gebot wäre der Deal mehr als 44 Milliarden Dollar (rund 43 Milliarden Euro) schwer, während Twitter an der Börse per Schlusskurs vom Freitag nur noch gut 28 Milliarden Dollar wert war.

Rechtslage ungewiss 

Twitter steuert derweil auf Monate der Ungewissheit zu. Denn auch wenn Experten die Firma im Rechtsstreit in einer besseren Position sehen, bleibt unklar, ob man den reichsten Menschen der Welt zu einer Übernahme zwingen möchte, die er nicht will. In jedem Fall hinterlässt das zermürbende Hickhack um den Deal deutliche Spuren bei dem Kurznachrichtendienst.

Das sagen die Analysten

Für Jefferies-Analyst Brent Thill sind zumindest die Bedenken von Musk hinsichtlich der Personalentwicklung bei Twitter berechtigt. So habe das Unternehmen zuletzt einige wichtige Führungskräfte verloren. Das und die Ablenkungen durch die Übernahmequerelen dürften auf dem Werbegeschäft belastet haben. Sollte der Deal tatsächlich platzen, könnte – auch angesichts des eingetrübten Konjunkturumfeldes – der Twitter-Kurs erst um die 23,50 Dollar einen Boden finden.

Das macht die Twitter-Aktie

Auf der Handelsplattform Tradegate fiel die Twitter-Aktie  -0,31%  am Montag im Vergleich zum US-Schlusskurs vom Freitag um fast neun Prozent, was im US-Handel einen Kurs von rund 33,50 US-Dollar bedeuten würde. Damit hat der Kurs seit Veröffentlichung des Übernahmeangebots deutlich nachgegeben. Zum Vergleich: Musk und die Twitter-Führung hatten sich gegen Ende April auf einen Preis von 54,20 Dollar je Aktie geeinigt. Bereits Anfang April war bekannt geworden, dass Musk mit einem Anteil von 9,2 Prozent zum größten Aktionär von Twitter geworden war.

Der Aktienkurs war in der Folge bis auf 54,57 Dollar gestiegen, von knapp 40 Dollar vor Bekanntwerden der Höhe der Musk-Beteiligung. Anschließend pendelten die Papiere über weite Strecken zwischen rund 45 und etwa 50 Dollar, bevor sie Mitte Mai deutlicher unter Druck gerieten. Der Grund: Musk hatte den Deal angezweifelt wegen seiner Bedenken hinsichtlich der Zahl der Fake Accounts.

Sechs-Monats-Chart Twitter (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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