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Uniper: Aktie geht auf Tauchstation – das steckt dahinter

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Foto: Shutterstock.com

Der Kraftwerksbetreiber Uniper hat seine Ergebnisprognosen für das laufende Jahr wegen der eingeschränkten Gaslieferungen aus Russland kassiert und spricht mit der Bundesregierung über Stabilisierungsmaßnahmen. Das Unternehmen prüfe, wie die Liquidität der Gesellschaft weiter gesichert werden könne, teilte Uniper am Mittwochabend in Düsseldorf mit. An der Börse ging die Aktie daraufhin auf Talfahrt.

Wir hatten bereits Ende letzten Jahres durch die enorm gestiegenen Gaspreise einen signifikant gestiegenen Liquiditätsbedarf", erläuterte Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach. "Um diesem zu begegnen, hatten wir bereits unsere Kreditlinien erweitert und unter anderem eine Fazilität der staatlichen KfW in Höhe von zwei Milliarden Euro erhalten, die wir bis heute nicht in Anspruch genommen haben."

Gespräche über Stabilisierungsmaßnahmen mit der Bundesregierung

Nun habe sich die Geschäftsentwicklung durch den Krieg in der Ukraine und die in der Folge stark reduzierten Gaslieferungen aus Russland "spürbar verschlechtert", führte Maubach aus. "Daher sprechen wir jetzt mit der Bundesregierung erneut über Stabilisierungsmaßnahmen, für die eine Reihe von Instrumenten in Frage kommen wie zum Beispiel Garantie- und Sicherheitsleistungen, Erhöhung der aktuellen Kreditfazilität bis hin zu Beteiligungen in Form von Eigenkapital."

Prognose kassiert

Die bisherige Ergebnisprognose setzte das MDAX-Unternehmen -0,05% aus. Im ersten Halbjahr dürften die operativen Gewinne auf Basis vorläufiger Zahlen auch deutlich unter denen des Vorjahreszeitraums liegen, hieß es. Vor einem Jahr hatte Uniper in den ersten sechs Monaten vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten 580 Millionen Euro verdient. Das bereinigte Nettoergebnis belief sich damals auf 485 Millionen Euro.

Abhängigkeit wird zum Verhängnis 

Hintergrund für die Entwicklung seien die Auswirkungen der derzeitigen Gaslieferbeschränkungen durch den russischen Staatskonzern Gazprom . Seit Mitte Juni erhält Uniper nach eigenen Angaben nur noch 40 Prozent der vertraglich zugesicherten Gasmengen von Gazprom und muss teuer Ersatzmengen beschaffen. Uniper geht davon aus, dass im Falle der Feststellung und Bekanntgabe der Gasmangellage durch die Bundesnetzagentur die derzeitigen Belastungen teilweise an die Kunden weitergegeben werden können. 

Das macht die Uniper-Aktie

Für die Uniper-Aktie -5,94% geht es am Donnerstagmorgen um 21 Prozent nach unten.  Seit Jahresbeginn summieren sich die Kursverluste damit insgesamt auf ein Minus von mehr als zwei Drittel. Auch wenn die Warnung von Uniper wirklich nicht überrasche, setze das Zittern um die Finanzierung die Aktien stark unter Druck, betonte ein Börsianer. Auch die Kurse der im Dax notierten Versorger RWE -0,28% und Eon -0,63% gaben spürbar nach. Auch sie müssten nun teures Gas kaufen, sagte der Händler.

Sechs-Monats-Chart Uniper (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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