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Wochenausblick: DAX und Co starten wackelig ins Q4

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der statistisch schlechteste Börsenmonat ist vorbei, der Oktober sollte besser laufen. Im Schnitt der vergangenen Jahre blieb unterm Strich ein Plus. Doch angesichts Ukraine-Krieg, Rekord-Inflationsraten, anziehende Zinsen und Rezessionssorgen bleibt die Kauflaune gedämpft. Es gibt allerdings auch erste Argumente für steigende Kurse von DAX und Co.

Am Aktienmarkt gibt es derzeit Krisen zuhauf – und dennoch könnte sich der deutsche Leitindex DAX Experten zufolge zum Jahresende hin etwas von der monatelangen Talfahrt erholen. "An den Börsen hat sich ein gewisser Krisen-Gewöhnungseffekt eingestellt", sagt Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank. Dies gelte vor allem mit Blick auf weitere Eskalationsstufen von Kreml-Chef Wladimir Putin im Ukraine-Krieg wie etwa die Annexion der russisch besetzten Gebieten der Ost-Ukraine und die Teil-Mobilisierung russischer Streitkräfte.

Am Freitag ging der DAX -0,32% zwar gut ein Prozent freundlicher bei 12.114 Punkten ins Wochenende. Der Broker IG taxierte den Weekend-DAX am Sonntag-Morgen jedoch wieder deutlich unter der 12.000-Punkte-Marke. Am hiesigen Feiertag wird in Deutschland normal gehandelt, wenn auch wohl mit niedrigen Umsätzen.

Am Mittwoch war das Börsenbarometer auf den tiefsten Stand seit November 2020 abgerutscht. Für den September beträgt der Kursrückgang 5,6 Prozent und damit fast soviel wie im gesamten dritten Quartal. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus sogar auf knapp ein Viertel.

"Die Stimmung bleibt geradezu depressiv", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Auch Marktbeobachter Christian Zoller von Börse-Daily wies auf einen Stimmungsindikator hin, der inzwischen ein Extremmaß an Pessimismus erreicht habe.

Mit dem Unterschreiten des Juni-Tiefs hatte der DAX -0,32% ein weiteres Verkaufssignal gegeben, ein kurzfristiger Abwärtstrend ist intakt.

Sechs-Monats-Chart DAX (Xetra)


Anleger müssen sich deshalb wohl auch beim Start ins Schlussquartal auf weitere Verluste einstellen. Angesichts von Wirtschafts-, Inflations- und Zinssorgen sowie der Energiekrise "wundert es nicht, dass die Anleger Sicherheit suchen und Aktien meiden", schreibt Aktienstratege Markus Reinwand von der Landesbank Hessen-Thüringen in seinem Ausblick auf die neue Woche.

Etwas Hoffnung auf Besserung

Reinwands Kollege Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg befürchtet, dass "in den bereits markant gesunkenen Kursen zwar schon vieles verarbeitet ist, aber wohl längst noch nicht alles". Etwas Hoffnung auf Besserung schürt der Blick in die Vergangenheit. Denn "mit den Monaten Oktober bis Dezember steht nun das typischerweise beste Quartal des Börsenjahres bevor", so Streich.

Allerdings begännen die Analysten gerade erst mit der Senkung ihrer Schätzungen für die Unternehmensgewinne. Und da die Prognosen deutlich nach unten revidiert werden dürften, seien die derzeitigen Bewertungen sogar noch schmeichelhaft.

Reinwand hält ebenfalls einen weiteren Rückgang des deutschen Leitindex DAX für möglich, wenngleich deutsche Standardwerte auf Basis gängiger Bewertungskennziffern bereits klar unterbewertet seien.  

Anleger-Stimmung auf dem Tiefpunkt

"Derzeit gibt es an den Kapitalmärkten kaum Lichtblicke", konstatiert Andrew Pease, Investmentexperte beim US-Anlage- und Beratungsunternehmen Russell Investments. Vorsichtig optimistisch für die weitere Entwicklung stimmt ihn aber die bereits sehr negative Anleger-Stimmung. Diese "könnte ein Indikator dafür sein, dass die Märkte die schlechten Nachrichten bereits eingepreist haben".

Dafür spreche etwa der klar überverkaufte Composite Sentiment Index von Russell Investments, der anhand einer Reihe technischer Indikatoren, Positionsdaten und Umfragen die Anleger-Stimmung für den marktbreiten US-Aktienindex S&P 500 messe.

Noch keine großen Hinweise auf Quartalsabschlüsse

Die neue Woche dürfte noch wenig Hinweise darauf liefern, inwieweit die Geschäftszahlen und Ausblicke der Unternehmen die Erwartungen erfüllen: Angesichts der erst anlaufenden Berichtssaison für das vergangene Quartal sieht der Kalender sehr übersichtlich aus. Zu den wenigen Ausnahmen zählen die für Mittwoch angekündigten Angaben des Leasing-Spezialisten Grenke -0,70% zum Neugeschäft.

Ebenfalls zur Wochenmitte informiert die britische Supermarkt-Kette Tesco -1,12% über das erste Geschäftshalbjahr und der französische Luxusgüterhersteller Kering +0,21% über die Umsatzentwicklung im dritten Quartal. Tags darauf finden Kapitalmarkt-Veranstaltungen des Pharma- und Spezialchemie-Konzerns Merck KGaA -0,46% sowie des Rückversicherers Hannover Rück +0,97% statt.

US-Arbeitsmarkt-Bericht als Highlight der Woche

Etwas praller ist die Konjunktur-Agenda gefüllt. Am Montag und Mittwoch stehen Einkaufsmanager-Indizes für die Industrie beziehungsweise den Dienstleistungssektor aus der Eurozone, Großbritannien und den USA auf dem Zettel.

Traditionell noch mehr Beachtung findet allerdings der monatliche Arbeitsmarkt-Bericht der US-Regierung am Freitag, der die Geldpolitik der US-Notenbank stark beeinflusst. Die Fed hat den soliden Arbeitsmarkt als Argument gegen eine tiefe Rezession angeführt und will mit starken Zinserhöhungen die hohe Inflation in den Griff bekommen. Höhere Zinsen aber lassen Aktien im Vergleich zu Anleihen weniger attraktiv erscheinen.

Bereits am Mittwoch und Donnerstag werden der Arbeitsmarktbericht des Dienstleisters ADP für die Privatwirtschaft sowie die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Sie gelten als Indikatoren für den offiziellen Arbeitsmarktbericht, deren Aussagekraft in der Vergangenheit allerdings unterschiedlich gut war. (Mit Material von dpa-AFX)

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