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Wochenausblick: Zinserhöhungen bleiben Anlegerschreck

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Straffung der Geldpolitik durch die Notenbanken weltweit setzt die Aktienmärkte derzeit massiv unter Druck. Hierzulande rutschte der DAX vor dem Wochenende auf ein Tief seit November 2020. Die Anleger verunsichert vor allem, mit welcher Vehemenz die Währungshüter gegen die anhaltend hohe Teuerung vorgehen. Damit hatten viele bis vor kurzem noch nicht gerechnet.

Die US-Notenbank Fed etwa hob in der abgelaufenen Woche zum dritten Mal in Folge ihren Leitzins um 0,75 Prozentpunkte an. Ihr Chef Jerome Powell machte zugleich deutlich, dass damit das Ende der Erhöhungen noch längst nicht erreicht ist. Viele andere Notenbanken wie etwa in der Schweiz, Schweden, Norwegen und Großbritannien strafften im Kampf gegen die Inflation zuletzt die Geldpolitik. Zinserhöhungen wirken allerdings nur indirekt und mit Zeitverzug.

Am Freitg ging der deutsche Leitindex DAX -1,09% letztlich bei 12.284 Punkten ins Wochenende. Auf Wochensicht büßte das Börsenbarometer damit 3,5 Prozent ein. Der Broker IG taxierte den Weekend-DAX am Sonntag-Morgen bei knapp 12.300 Punkten wenig verändert.

Drei-Jahres-Chart DAX (Xetra)


Zinssorgen weiter im Fokus

Für die Aktienmärkte sind die steigenden Zinsen ein doppeltes Problem. Da sind einerseits die Sorgen um eine Rezession der Weltwirtschaft. Denn schießen die Zinserhöhungen über das Ziel, kann dies verheerende Nachwirkungen haben: Investitionen werden gebremst, der Arbeitsmarkt und Unternehmensgewinne könnten womöglich leiden. Die Fed nimmt dieses Risiko ausdrücklich in Kauf, um die Inflation zu bremsen.

Andererseits steigt durch die anziehenden Zinsen die Attraktivität festverzinslicher Wertpapiere - entsprechend ging der Anstieg der Renditen an den Anleihemärkten auf mehrjährige Höchststände zuletzt klar zulasten von Aktien. Und viele Fachleute befürchten, dass die Talfahrt an den Börsen weitergeht. Denn die Zinsängste hielten sich zunächst hartnäckig, stellt der Kapitalmarktstratege Robert Halver von der Baader Bank fest. "Da sich mittlerweile rund 85 Prozent der weltweiten Notenbanken im geldpolitischen Straffungsmodus befinden, wird eine nachhaltige Erholung der Aktienmärkte behindert."

Im DAX ging es mit dem jüngsten Kursrückschlag vor dem Wochenende erstmals seit Wochen auch wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 12.500 Punkten - diese hatte bei Abwärtsschüben im März und Juli noch als Unterstützung gedient. Danach ging es wieder aufwärts.

Wichtige Konjunkturdaten erwartet

Allerdings bestehe auch bei den europäischen Währungshütern Einigkeit darin, weitere Erhöhungen vorzunehmen, denn eine Entspannung bei der Inflation ist aus Sicht der Helaba nicht in Sicht. Vorläufige Daten zu den Verbraucherpreisen aus Deutschland am Donnerstag und der Eurozone am Freitag dürften dies belegen. Angesichts der Gaskrise und einer wohl kaum noch abwendbaren Rezession in Deutschland rechnet die Helaba zudem mit einer weiteren Verschlechterung des Ifo-Geschäftsklimaindex (Montag) und des GfK-Verbrauchervertrauens (Mittwoch).

Auf politischer Seite dürfte der Markt derweil den zuletzt durch die Teilmobilmachung und Scheinreferenden weiter befeuerten Konflikt mit Russland im Blick behalten - ebenso wie die Parlamentswahlen in Italien am Wochenende, wo ein Rechtsruck droht. Ob dies für Unsicherheit an den Aktienmärkten sorgen wird, bleibt abzuwarten.

Auf Unternehmensseite legen am Dienstag KWS Saat ±0,00% und der Biokraftstoff-Hersteller Verbio -3,18% ihre Jahreszahlen vor. Am Donnerstag ist dann die Erstnotiz der Porsche AG vorgesehen. Die Anteilsscheine der VW-Sportwagen-Tochter waren den begleitenden Banken zufolge bereits Stunden nach Beginn der Angebotsfrist mehrfach überzeichnet.

Zudem veröffentlicht der Baumarkt-Konzern Hornbach -0,30% am Donnerstag seinen Halbjahresbericht. Und der Immobilien-Konzern Vonovia -1,23% lädt am Dienstag zu einer Kapitalmarkt-Veranstaltung ein.  (mit Material von dpa-AFX)

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