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Effekte

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die militärische Situation in der Ukraine spitzt sich zu. Die täglichen Berichte darüber dienen der allgemeinen Mobilmachung in Europa mit der Aussicht auf irgendwelche militärischen Erfolge. Die russische Propaganda ist das Gegenteil. Beide sagen die Unwahrheit, weil sie es müssen. Der berühmteste Theoretiker der Kriegsgeschichte, Carl von Clausewitz, beschrieb in seinem Buch „Vom Kriege“ diese Situation sehr genau und erläuterte die Folgen. Sie sind zwingend und damit ein Vorbild dafür, was bevorsteht. Beide Parteien müssen aufeinander zugehen. Wer wem die Hand gibt oder wer was vermittelt, ist unwichtig. Allein das Wort Waffenruhe ist entscheidend. Diese Erkenntnis ist nicht neu, aber in der aktuellen Situation steckt darin ein ungeheurer Effekt. Ich nenne ihn deshalb den Clausewitz-Effekt. 

Im gleichen Moment, wo das Wort Waffenruhe die Runde macht und wirklich greifbar ist, ändern sich von einer Stunde zur anderen sämtliche Preisbewegungen der letzten 7 Monate. Sowohl für Gas wie für Strom als die zwei wichtigsten, begleitet von dem CO2-Preis etc. Sie schlagen unmittelbar auf sämtliche Inflationsberechnungen durch. Damit sind alle zurzeit diskutierten Schätzungen obsolet. Die Preise für Strom und Gas natürlich am stärksten und der für Deutschland wichtigste Strompreis fällt wieder auf das Niveau zurück, wo er herkam. Nämlich auf etwa 300 € je Megawattstunde. Die Spitze lag bekanntlich bei 959 €. Die Folgen davon sind unschwer vorauszusagen: Für alle Verbraucher oder Käufer von Strom oder Gas ändern sich die eigenen Perspektiven und die Perspektiven im jeweiligen Markt mit der Folge einer dramatischen Veränderung der Wettbewerbsverhältnisse. Die Kettenreaktion kann sich jeder ausmalen.

Wie die deutsche Energiepolitik darauf reagiert, wird durchaus spannend. Da sie bislang alles verschlief, was zu verschlafen war, wird sie zunächst gar nicht reagieren. Weder der Wirtschaftsminister noch der Kanzler oder auch der Finanzminister sind ausreichend vorgebildet, um die wirtschaftspolitischen Konsequenzen frühzeitig einzuordnen. Die ersten werden hier die Unternehmer sein und die allererste ist die Börse. Darauf kommt es jetzt an.

Wann das ominöse Wort auf dem Tisch liegt, weiß ich nicht. Es ist jedoch unumgänglich, wie Clausewitz zu entnehmen ist. Darauf lenke ich Ihr besonderes Interesse in den nächsten zwei, drei Wochen, im bekanntlich schwierigen September bis circa Mitte Oktober, wenn die Berichtssaison beginnt. Dann geht es um das Comeback 2.0 und nichts anderes. 

Ihr 

Hans A. Bernecker

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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